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Stellungnahme zur aktuellen Krise der HSG Nordhorn-Lingen

Pressemitteilung, 5. august 2026

Grafschafter Nachrichten: Der wirtschaftliche Träger der HSG Nordhorn, die HSG Nordhorn-Lingen GmbH, ist aufgrund finanzieller Probleme in einer existenzbedrohenden Krise. Zuletzt hatten die beiden Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland sowie die Stadt Lingen in einer gemeinsamen Stellungnahme erklärt, sich dafür einsetzen zu wollen, eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Am 14. August soll es dazu ein Spitzentreffen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft geben.

GN: Welchen Stellenwert hat die HSG Nordhorn-Lingen für Sie?

Die HSG Nordhorn-Lingen ist ein bedeutender, sportlich hochrangiger Leuchtturm für die Region. Nordhorn wurde durch die HSG in ganz Deutschland bekannt, das ist noch heute wichtig. Als Jugendliche habe ich die Erfolge der HSG Nordhorn verfolgt, als mit Holger Bültmann ein Schüttorfer als aktiver Spieler bei der HSG durchstartete. Unsere Familie war selbst dem Handball verbunden, manchem dürfte der Name "Pünt" da noch etwas sagen. Neben dem ist zusätzlich bedeutsam: Die Spielstätten Euregium und EmslandArena werden bekanntlich nicht nur für den Bundesligasport, sondern für bedeutsame Großveranstaltungen für Sport und Kultur breit genutzt. Hier sieht man den Impuls, der vom Profisport ausgeht. 

GN: Wie kann eine Lösung aus Ihrer Sicht aussehen, um die HSG kurzfristig zu retten, aber auch zukunftsfähig aufzustellen?

Die aktuelle Krise erinnert an die Situation 2008, 2009, wenngleich es ein anderes Bündel an Ursachen geben mag. Dennoch: Damals gelang es durch Engagement aus der Region, den hochklassigen Handballsport zu erhalten. Engagiert waren Menschen, die dem Handball selbst verbunden waren, nicht dem Profit. Durch die Zwei-Städte-Partnerschaft Nordhorn und Lingen ist die Unterstützung in der Region nach wie vor hoch, wenn auch aktuell beschädigt, gar keine Frage. Eine kurzfristige Rettung gelingt nur, wenn sofort Transparenz hergestellt wird, Bilanzen und Verträge müssen konsequent geprüft werden, die Gesellschafterstruktur. Warum? Vertrauen muss dringend wiederhergestellt werden. Fans und Sponsoren brauchen Vertrauen. Ich begrüße das Spitzentreffen aus Politik und Wirtschaft. 

GN: Wenn Sie Landrätin bzw. Landrat werden: Würden Sie sich dafür einsetzen, die HSG mit öffentlichen Geldern zu unterstützen?

Als Landrätin ginge es mir nicht darum, öffentliche Gelder für die GmbH einzusetzen, abgesehen davon, dass der Kreistag über die Verwendung der Mittel entscheidet. Öffentliche Unterstützung für einen Profiverein unterliegt engen Grenzen, zum Beispiel sollten Zuwendungen der Gemeinnützigkeit dienen. Die HBL übt Druck aus. Dazu fehlen mir die genauen Informationen und überhaupt Daten und Fakten, sodass ich die Frage nicht seriös beantworten kann. Als Landrätin werde ich mein politisches Gewicht aktiv für den Erhalt einsetzen, die Zahlen und Informationen auswerten und beim Strukturwandel begleiten.