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stellungnahme zum Thema „Wolf“

Pressemitteilung, 13. mai 2026

Grafschafter nachrichten: Nach dem Wolfsangriff auf eine Schafherde im Dalum-Wietmarscher Moor gibt der Landkreis zwei Wölfe zum Abschuss frei. Ist das aus Ihrer Sicht die richtige Entscheidung? Hätten Sie als Landrätin beziehungsweise Landrat auch so gehandelt?

Pünt-Kohoff: Als Landrätin hätte ich zum unmittelbaren Schutz der Schafe genauso gehandelt. Wenn mehrere Wölfe im Gatter sind, sind die Schafe nur über eine Entnahme zu schützen. Das ist eine erste Maßnahme, die unter den jetzigen Bedingungen getroffen werden muss, um Verantwortung zu übernehmen. Ein so hoher Verlust an Weidetieren muss eine Entnahme der Wölfe nach sich ziehen, damit diese nachhaltig vergrämt werden. Weidetiere sind keine Beute.

Grafschafter nachrichten: Welchen Ansatz würden Sie als Landrätin beziehungsweise als Landrat verfolgen, um einer sicheren Weidetierhaltung auf der einen Seite, aber auch dem Schutz des Wolfes auf der anderen Seite gerecht zu werden?

Pünt-Kohoff: Beides muss in Einklang gebracht werden, der Schutz der Weidetiere und der Schutz des Wolfes. Es geht um noch mehr: Auch die Bevölkerung ist emotional betroffen, in Sorge um die Sicherheit von Weidetieren und mehr noch um die Sicherheit von Kindern. Es gibt eine Schäferei, die um ihre Tiere trauert und sich fragt, ob und wie es weitergeht, auch finanziell. Die Weidetiere sind zusätzlich von großer Bedeutung für die Flächen. Die Moorregion Dalum-Wietmarschen mit 1200ha ist extrem weitläufig, der Schutz ist anspruchsvoll. Maßnahmen müssen kombiniert werden. Als Landrätin würde ich an die Landesministerien sowie die Landwirtschaftskammer herantreten und nachdrücklich um deutliche Unterstützung im Einzelfall bitten und für die Zukunft um ein tragfähiges Wolfsmanagement. Dies sinnvollerweise gemeinsam mit dem Landkreis Emsland, da es sich um einen gemeinsamen Naturpark handelt. Zusätzlich muss auch mit den niederländischen Nachbarn gesprochen werden, damit grenzüberschreitend an einem Strang gezogen wird. Herdenschutzhunde, ein weiterer Stall - das muss geklärt werden. Das sind die bekannten Maßnahmen. Gerne spreche ich dann auch mit betoffenen Schafhaltern. Ein wirksamer Herdenschutz ist letztlich auch Wolfsschutz. Wenn Wölfe wirksam vergrämt werden und sich von Weidetieren und Höfen definitiv fernhalten, Menschen und Weidetiere meiden, können und sollen sie geschützt in ihren Rückzugsgebieten leben. Der Bestand des Wolfes ist zu überwachen und im Zweifel zu reglementieren. Das Miteinander kann nur so gelingen. Der Vorfall in Füchtenfeld mit über 50 toten Tieren zeigt, dass die Maßnahmen wie auch die gesetzlichen Grundlagen dringend überprüft werden müssen. Im Zweifel muss auf Landes- und auf Bundesebene nachgearbeitet werden. Als Landrätin würde ich mich entschieden einsetzen. Mit dem Ziel, für unsere Grafschaft im Raum mit den Nachbarn in Niedersachsen und Drenthe eine Lösung zu finden.